„Wartet, ich geh eben los!“ Vom Grillen mit spanischen Freunden

grilunfall-deutschland1

Dieser erinnerungswürdige Tag ereignete sich zu Studienzeiten, in meiner Erinnerung vor ein paar Jahren, der Kalender spricht von 15 Jahren. Also, es begub sich zu der Sommerzeit, dass wir lotterlichen Studenten keine Gelegenheit ausließen, um zu grillen. Wir hatten das Glück, in einer Studentenwohnheimanlage zu wohnen, die von üppigen Wiesen umgeben war. Zu der Zeit war ich mit einer Gruppe spanischer Austauschstudenten befreundet. Sie waren nach Deutschland gekommen, um viel zu feiern. Finanziert wurden sie von Stipendien. Toller Typ, dieser Erasmus, dass er den Austausch von Partyleuten unterstützt!

An diesem Samstag wurde ich von einem spanischen Freund für 16:30 Uhr zum Grillen eingeladen. Da ich mich da schon mit der spanischen Zeitmessung auskannte, ging ich gegen 18:00 Uhr hin. Es waren schon einige Freunde da, der Gastgeber aber nicht. Ich erfuhr, dass er unterwegs war, um einen Grill zu kaufen. Die Dringlichkeit leuchtete mir ein. Es kamen immer mehr Freunde dazu. Was mich wunderte war, dass kaum einer Grillgut dabei hatte. Ich nahm an, der Gastgeber lud ein. Alkoholische Kaltgetränke hingegen gab es genügend. Die Stimmung wurde immer besser.

Gegen 19:30 traf der Gastgeber ein. Er brachte einen Grill mit. Dieser musste aber noch zusammengebaut werden. Schade, dass er überhaupt kein Werkzeug besaß. Daher ging er wieder los, um in der Nachbarschaft nach einem Schraubendreher zu fragen. Nach einiger Zeit kam er wieder. Der Grill wurde zusammengebaut. Meiner Erinnerung nach war das der kleinste Grill, den ich je gesehen hatte. Auch dieser will mit Kohle gefüttert werden. Kohle? Ach ja! Da war doch noch was? Der Gastgeber hatte keine Kohle gekauft, nur den Grill. Er machte sich auf, um in der Nachbarschaft Grillkohle aufzutreiben, mittlerweile hatten die Geschäfte ja zu.

Schon nach ca einer Stunde war wieder da und hatte Kohlereste von den Nachbarn zusammengetragen. So, endlich konnte es losgehen! In der Gruppe machte immer der gleiche Typ den Grill an. Nach dem letzten Ereignis mit dem Brennspiritus war er etwas zaghafter und benutzte gewöhnlichen Grillanzünder. Die Glut war schnell bereit für das Grillgut. Ich glaube, es waren ca. 10 Würtschen für 20 Leute. So war das immer. Niemand schien darüber verärgert, die meisten waren schon „gut drauf“ und fingen wieder an, Quatsch zu machen. Ich erinner mich, dass sie eine menschliche Pyramide bauen wollten. Ein anderes Mal gab es einen Karatewettbewerb, so gegen 02:00 Uhr. In der Regel wurde mindestens eine Person nach den spanischen Parties ins Krankenhaus gefahren, meistens wegen Platzwunden oder Knochenbruch.

Die zehn Würtschen wurden auf den Grill gelegt und weil sich niemand darum kümmerte (das war immer so), sind sie dann verbrannt. Man aß dann also verbrannte Würtschen mit trockenem Toastbrot. So, vom Kulinarischen her, war der Sommer nicht das Highlight. Aber der Spaßfaktor hat’s rausgehauen!

Wer noch mehr von meinen Grillerlebnissen lesen möchte, klicke jetzt auf

Grillen mit Frauen I

Bildquelle: Edeka Gutfleisch

Katy Perry, willkommen in Grefrath

Bildschirmfoto 2016-01-06 um 18.10.20

Ich bin in Grefrath unterwegs, eine kleine Kleinstadt, beschaulich und konservativ. Doch heute hat sich prominenter Besuch in dieser Stadt angekündigt. Katy Perry wird hier eine Pressekonferenz abhalten, stammt sie doch selbst auf Grefrath.

Da die Stadt nicht über einen großen Veranstaltungsraum verfügt, haben die Stadtobersten beschlossen, den Frühstücksraum im Altenheim zur Verfügung zu stellen. Bei der Organisation unterstützen auch die Bewohner des Heims. Ich lerne sie kennen, die meisten heißen Waltraud und Irmgard.  Sie haben anlässlich des Besuchs ihre besten Klamotten aus dem Schrank geholt und warten aufgeregt am Eingang.

Später kommen noch Gäste dazu. Es sind alle meine Freundschaften, die ich aufgekündigt hatte. Die ehemaligen Freunde würdigen mich keines Blickes und noch eine Sache haben sie gemeinsam: sie haben eine Frisur wie Außerirdische.

Nun, wie diese illustre Runde gespannt auf Katy Perry wartet, ereilt uns die Nachricht, dass Katy nicht kommen kann, da sie Terminprobleme hat.

Danach mache ich mich auf den Weg zu einem Zoo in dem mannshohes Bieber leben.

Aufklärung

Aus den Statistiken von WordPress, die mehr verbergen als anzeigen, kann ich deuten, dass meine Leser gerne wüssten, wer diesen Quatsch verzapft. Natürlich ist Lotte G ein Pseudonüm, meine wahre Identität ist

Mutprobe

Für gewöhnlich ist Lotte G ein gewöhnlicher Mensch. Gewöhnliche Maße und gewöhnliches Aussehen, gewöhnliche Angewohnheiten, heterosexuell und politisch irgendwo mittig einzuordnen. Nur ihr Beruf, nämlich der der Künstlerin, ließ sie manchmal außer der Reihe tanzen. Ihre Fans gierten nach den außergewöhnlichen Ereignissen in ihrem Leben, die sie so wundervoll in ihren Geschichten und Kunstwerken nachstellte. Sie musste sich aber schon oft einiges abringen, ja fast waren es Mutproben, die sie ablegen musste, um Stoff für ihre Kunst zu haben.

Auf vielfachen Wunsch von mir schreibe ich an dieser Stelle weiter. 

Also, Lotte G, die experimentell

Ich muss jetzt aufhören, der Chef kommt gerade rein.

Die Möhre ist ganz meinerseits

Bildschirmfoto 2015-10-14 um 20.02.49

Nachdenklich wirkt Lotte G, als Melanie Mehlig sie nach etwas längerer Zeit zum Interview trifft.

Melanie Mehlig: Frau G, Sie wirken heute etwas nachdenklich.

Lotte G: Ja.

Melanie Mehlig: Wie kommt das?

Lotte G: Ich denke viel nach in letzter Zeit.

Melanie Mehlig: Und worüber?

Lotte G: Ach. … Der Mensch ist so fehlbar.

Melanie Mehlig: Wie kommen Sie darauf? Gab es ein Erlebnis?

Lotte G: Ja.

Melanie Mehlig: Und welches?

Lotte G: Also, das war so: Ich war eingeladen, zu einem Empfang, auf dem auch der Oberbürgermeister Herr Duselmin anwesend war. Ich hielt es für eine gute Idee, mich ihm vorzustellen, um über mein neuestes Kunstprojekt zu sprechen. Wissen Sie, ich möchte aus 1000 Möhren eine einzige große Möhre schaffen. Dies ist ein Protest gegen die Wegwerfgesellschaft. Und weil ich als große leidenschaftliche Künstlerin dermaßen in meinem Projekt verwoben bin kam es zu einem etwas dummen Versprecher meinerseits. Seitdem registriere ich amüsierte Gesichter in meiner Anwesenheit. Dies schädigt mein Ansehen als sozialkritische Künstlerin. Ich weiß nicht, wie ich weiter machen soll.

Melanie Mehlig: Was sagten Sie?

Lotte G: Ich stellte mich Herrn Duselmin vor und sagte: „ Herr Duselmin, es ist mir eine große Möhre.“

Melanie Mehlig: Gnnnnhihi..ähem..Und was sagte er?

Lotte G: Er sagte: „Die Möhre ist ganz meinerseits.“ Ich weiß bis heute nicht, was ich mit dieser Antwort anfangen soll.

Melanie Mehlig: Gnnnnnhihi

Lotte G: Lachen Sie?

Melanie Mehlig: Neinnn.. gnnnn… Wirklich nicht!

Lotte G: Ich kann genau sehen, wie Sie das Lachen unterdrücken! Sie sind genau wie alle anderen! Ich bin eine ernstzunehmende Künstlerin! Wie können Sie über mich lachen!

Dieses Interview ist beendet! Nie möhr..äh..mehr werde ich mit Ihnen sprechen!