Wie ich mit einem Nazi Wein trank Teil 4

Der Hummer-Mann ist auf 180 und er merkt, dass er seine Fassung verloren hat. Das ist offensichtlich nicht seine Art und ich merke, dass es ihm unangenehm wird. Er sagt mehrfach: „Ach, komm, lass uns von etwas Anderem reden!“, aber ich sehe das nicht ein.

Immerhin hat er seine ganze Menschenverachtung vor mir ausgebereitet und ich soll dann auf das schleche Wetter zu sprechen kommen? No way! Daher sage ich: „Aber warum sollen wir von etwas Anderem reden, es gibt doch nichts zu verschweigen?“ oder so ähnlich.

Anscheinend hat sich Hummerman wohl doch nicht beruhigt, denn er fühlt sich wieder provoziert. Es folgen Wiederholungen zum Thema Meinung verbieten blablabla. Ich amüsiere mich, denn ich merke, er ist mir intellektuell unterlegen und versucht durch abgedroschene Phrasen zu kontern, doch es gelingt nicht. Und ich glaube, das war eigentlich auch die größte Provokation für ihn:

Ihm, der einen Hummer fährt, goldene Manschettenknöpfe trägt und mit sonstwem Geschäfte macht, sagt eine Frau ihre Meinung und er kann nicht kontern.

So, dann schaut er auf die Uhr und sagt, dass er zum Meeting muss, greift in die Hosentasche und holt einen Bündel Geldscheine raus und das waren jetzt keine Fünfer. Keine Ahnung, warum ich das gemacht habe, aber ich klopfe ihm auf die Schulter, mache die Siegerfaust und sage: „Zeig’s Ihnen! Du schaffst das!“

Er guckt, etwas ermattet, etwas verloren in meine Richtung. Ich überlege seit Tagen, ob da auch Hass zu sehen war, aber ich glaube nicht.

Nun, wie er verschwunden ist, wende ich mich an Tommy und frage: „Wer zur Hölle ist das??“

Ich erfahre, dass er in Immobilien macht (was sonst) aber anscheinend handelt er nicht mit 30qm an der Hauptstraße sondern Haus mit Pool in Monaco. Außerdem gehört ihm wohl ein „Etablissement“ und da erklärt sich dann auch sein Frauenbild.

Was für ein Erlebnis! Ich saß mit Dr Jekkyl und Mr Hyde an einem Tisch! Ich werde auf jeden Fall nochmal bei Tommy vorbei schauen, ich muss unbedingt wissen, ob sich Hummerman immer noch über mich aufregt oder ob es ihm leid tut. Na ja, eigentlich weiß ich, dass er sich immer noch über mich aufregt. Ich wüsste nur gerne, welche Schimpfwörter er für mich benutzt.

So, das war die Geschichte, wie ich mit einem Nazi Wein trank. Er hat mich immer eingeladen und es war guter Wein. Ich habe mich sehr amüsiert, aber ich denke, ich werde nicht nochmal seine Einladung annehmen, das nächste Mal geht die Runde an mich!

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