Schweiz oder Schweden? Hauptsache Madrid

Es geht weiter mit der Stadttour Richtung Plaza de irgendwas. Wir kommen an einem Schaufenster vorbei, das mit Bierkronkorken gefüllt ist und mir springt sofort das „Duff“ ins Auge. Ich freue mich tierisch, irgendwie dachte ich, das Duff Beer wäre fiktiv. Ich erkläre Schwiegers, worum es sich handelt und kann sehen, dass die Informationen bei ihnen einfach keine Ankunft haben. SchwiegerM kneift immer die Augen zusammen, wenn sie etwas nicht versteht, aber wissend wirken will. So auch in diesem Fall.

Wir kommen an dem Platz an, dessen Namen ich vergessen habe. Hier haben es sich Fans vom FC Malmö oder so breit gemacht und singen schwedische Fußballieder für die spanischen Fernsehkameras. Die Alten können das Geschehen nicht so gut einordnen. Ich sage: „Das sind Fußballfans aus Malmö. Heute Abend ist Champions League Spiel.“

Die Senioren können nichts mit Malmö anfangen. Ich sage: „Das liegt in Schweden.“ SchwiegerV sagt: „Aaah, Suecia!“ SchwiegerM sagt: „Que no, Suiza!“ Sie streiten sich dann darüber, ob Schweiz oder Schweden. Weil ich die Vokabeln seinerzeit im Spanischkurs aus Faulheit nicht gelernt hatte, stifte ich auch etwas Verwirrung und gebe irgendwie beiden Recht.

Onkel hat den Streit nicht abgewartet und ist mit seiner neuen Freundin vormarschiert. Wir hetzen schnell hinterher. Man macht sich auf die Suche nach einem geeigneten Lokal, die Schweden haben alles in Beschlag genommen und wir müssen weiter stadteinwärts laufen. Wir kommen dann an einem Lokal vorbei, wo ich vom Geräuschpegel her erst eine Großraumdisko vermute, aber es sind nur fünf Leute drin. Es gibt eine große Auswahl an frittierten Sachen. Diese frittierten Sachen werden in ein kleines Baguette gepackt und dazu trinken wir Bier. (Diese schnell liebgewonnene und vollwertige Tradition hat mir innerhalb einer Woche 2kg beschert.)

Es geht weiter Richtung Puerte del Sol. Hier haben sich Menschen als Disneyfiguren verkleidet und laufen herum. Kindi schreit vor Vergnügen: „Mama, ist das Disneyland?“ Nee, Disneyland ist es nicht, aber genauso teuer. Ein Foto mit Minnie Mouse kostet ein Euro. Seltsamerweise riecht Minnie Mouse nach Männerschweiß, das war einer der verstörendsten Eindrücke der Woche.

Die neue Freundin vom Onkel führt uns ein Café hoch über den Dächern der Stadt. Im neunten Stockwerk des Corte Ingles kann man schlemmen und die Aussicht genießen. Dazu kann man Weißbier trinken, denn es ist Oktoberfest im Kaufhaus. Ich betrachte mit Entsetzen, wie ein Aushilfskellner versucht, Weißbier zu zapfen, es ist so schlimm, ich muss mich arg zusammen reißen, dass ich nicht dazwischen gehe. Es kommt Schaum aus dem Hahn, den er einfach wegschüttet. Er sagt zu mir, dass der Bierhahn kaputt sei. Ich sage auf spanisch (denke ich), dass das normal sei und erkläre ihm, wie er zapfen soll. Ich glaube, er versteht nicht, was ich sage und fragt: „Do you speak English?“ Echt unhöflich

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