Zwischenfall während des Konzerts des Moskauer Kathedralchors

Meine Freundin hat zwei Tickets für den Moskauer Kathedralchor zu viel und fragt mich, ob ich mitkommen möchte. Ich bin ein großer Freund des Chorgesangs und sage zu. Außerdem frage ich meine Mutter, die gerne Konzerte besucht. Ich sage: „Möchtest du mit zu dem Konzert des Moskauer Kathedralchors gehen?“ Sie sagt: „Oh, ja! Ich mag die Kosaken, die habe ich schon Mal in der Stadthalle gesehen.“ Ich sage: „Das sind keine Kosaken. Das ist der Moskauer Kathedralchor und singt religiöse Gesänge.“ Sie sagt. „Ich mag die Kosaken.“
Für die Hinfahrt nehmen wir ein Taxi. Unser Taxifahrer kommt aus Ghana und erzählt uns, wie man in Ghana Weihnachten feiert. Das muss eine Riesenparty sein, ich glaub, so wie die Loveparade. Er sagt, dass es jetzt sehr heiß am Tage dort wäre, aber nachts sehr kalt, so 20 Gad. Lachend kommen wir an der Konzerthalle an. Viele große Transporter stehen schon auf der Einfahrt. Die Klappen der Transporter gehen auf und Hebebühnen lassen Senioren in Rollstühlen zu Boden. Die Rüstigeren bewegen sich mit Rollatoren eilig in die Halle. Die mit den Krücken sind am langsamsten und bestimmt mittags schon aus dem Taxi in der Einfahrt gestiegen, um ihre Plätze um 20h in der Konzerthalle einnehmen zu können. Im Foyer sehe ich eine seltsame Konstruktion und erst beim näheren Hinsehen erkenne ich, dass es sich um zwei Rollatoren und eine Krücke handelt, die kunstvoll miteinander verbunden sind. „Diese Düsseldorfer Künstler!“ denke ich, aber lese dann später in der Zeitung:

Zwischenfall vor dem Konzert des Moskauer Kathedralchors
Von Melanie Mehlig

Düsseldorf  „Gestern gastierte der Moskauer Kathedralchor in Düsseldorf. Die Verstimmung des Chorleiters Ivan Ivanowski ist anscheinend verflogen. Er hatte sich in einem früheren Interview verärgert darüber gezeigt, dass in Deutschland der Kathedralchor, der zur gesanglichen Elite Russlands gehört, immer wieder mit dem Kosakenchor verwechselt wird. Auch die Huster und Räusperer seien in deutschen Konzertsälen besonders häufig anzutreten und sorgten im Chor für Unmut.

Vor Beginn des Konzerts gab es einen Zwischenfall im Eingangsbereich der Konzerthalle. Ein herrenloser Rollator raste den Treppenzugang zum Eingang hinunter, geradewegs in die dort stehende Seniorengruppe. Geistesgegenwärtig wollte eine dort anwesende Seniorin ihre Krücke der rasenden Gehhilfe in den Weg stellen, um ihre Fahrt zu bremsen. Der rasende Rollator riss aber der tapferen Dame die Krücke aus der Hand und kam erst bei einem Zusammenstoß mit einem anderen, im Eingangsbereich abgestellten Rollator, zu stehen. Die beiden Rollatoren und die Krücke verkeilten sich bei dem Zusammenstoß ineinander und konnten nicht wieder getrennt werden. Die angerufene Feuerwehr fühlt sich für diesen Fall nicht zuständig. Wem der dritte Rollator gehörte, konnte nicht abschließend geklärt werden. Ermittlungen deuten auf Erwin Lottemann (97) hin, der während „Heilige Nacht, Stille Nacht“ einen Schwächeanfall erlitt und ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Kurioserweise wurden die verkeilten Rollatoren später nicht aufgefunden, ein Zeuge beobachtete, wie ein Mann mit Baskenmütze und weißem Schal das neu entstandene Konstrukt in ein Auto lud.

Am Unfallort wurde ein Gebiss gefunden, er kann in der Redaktion dieser Zeitung abgeholt werden.

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