Tutti completti: Alle Mann an Board.

Jetzt, da der Gatte auch da ist, geht das Programm richtig los. „Jetzt machen wir endlich die Familienbesuche!“, kündigt SchwiegerM an. „Aber wir haben doch jeden Tag Familienbesuche gemacht!“, wende ich ein. Sie hört mich aber nicht, weil sie sich wieder in eine Telefonzentrale transformiert hat. Sie initiiert eine Telefonkette, um folgende Informationen zu verteilen:

1. Ihr Sohn ist in Madrid angekommen (Begeisterungsstufe: Der Heiland ist geboren)
2. Es wird mehrere Familientreffen innerhalb der nächsten 48 Stunden geben.
3. Sie hat Hühnersuppe gekocht.
4. Tante hat Eintopf gekocht.
5. Auberginen kosten auf dem Markt 2,99 €/kg, aber im Carrefour 3,09 € / kg.

Der Mann indes ist rauchen gegangen in der Küchenkammer, die mit Fenstern ausgestattet ist. Dieser Raum wird multifunktional benutzt. Er erfüllt Zwecke wie Vorratskammer, Waschküche, Raucherbereich und Wäsche wird auch aufgehangen. Der Mann steht da deswegen eingezwängt zwischen Kartoffeln und Wischmopp, sein Kopf ragt in die zum Trocknen aufgehängten Unterhosen von Onkel und SchwiegerM und er bläst den Rauch brav aus dem Küchenfenster raus. Der Wind trägt ihn dann durch das Wohnzimmerfenster wieder in die Wohnung.

Als der Mann die Kammer verlassen will, kann er erleben, was es bedeutet, wenn die Putzfrau ihre kranke Mutter in Rumänien besucht (offizielle Version). Seine Pantoffeln bleiben auf dem Küchenboden kleben und er läuft auf Socken weiter. So kann er auch jeden einzelnen Krümel und die Klumpen spüren, der sich in den letzten Monaten auf dem Boden angesammelt haben. Es ist ein bisschen wie Indoor-Trekking. Der Mann macht sich fertig, ist etwas enttäuscht darüber, dass sein Hemd im Koffer die Struktur einer alten Schatzkarte angenommen hat, aber hey, es ist bügelfrei und muss nicht gebügelt werden.

Bevor die Freizeit losgeht, hat der Mann noch ein wichtiges Arbeitstreffen mit der spanischen Dependance seines Arbeitgebers. Das Arbeitstreffen beginnt um 13:00 in einer Kneipe und wird dann in ein Restaurant verlegt. Gegen 16:00 Uhr schickt er mir eine Nachricht, dass gerade das Dessert serviert worden ist. Gegen 17:00 Uhr haben sich alle Kollegen in dem Konferenzraum eingefunden und man arbeitet oder so bis 19:00 Uhr. Danach Abendessen.

Da der erste Tag des Arbeitstreffens nicht so produktiv gewesen ist, beschließen alle, am nächsten Tag früher loszulegen. Man einigt sich auf 11:00 Uhr. Der Sekretärin hatte aber schon für 13:30 Uhr einen Tisch für das Aperetif reserviert. Ja, da kann man nichts machen, muss man hingehen. Danach Kaffeetrinken. Gegen 15:00 Uhr verlässt der Gatte mit Magenbeschwerden das Manager-Seminar und die Sippschaft trifft sich nun vollzählig in der Stadt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s