„Das klappt nicht!“ Teil 3

Ha!“ ruft Vater G und zeigt der immer größer werden Zuschauergruppe einen neuen, dickeren Strick. Dieser ist übrig geblieben von der Aktion, als er versuchte, eine Waschmaschine mittels selbstgebautem Zug vom Garten in den zweiten Stock durch das Fenster zu ziehen. Die Hausverwaltung zeigte sich damals kulant und erstattete die Maurer- und Fensterbaukosten. Die Versicherung konnte die durch den 15m-Sturz zerstörte Waschmaschine aber nicht in der Hausratversicherung abbilden.

Vatter legt das Tau um den Baumstumpf und macht das andere Ende wieder an der Anhängerkupplung fest. Diese hat gelitten und scheppert etwas. Das stört meinen Vater nicht, alle seine Besitztümer zeigen Spuren von Fehlbehandlung oder Verwahrlosung.

Er steigt ins Auto und legt den Gang ein. Die Zuschauer sind zwiegespalten, manche rufen: „Jawoll, du schaffst das!“ andere wiederum: „Gib’s auf! Das klappt doch nicht!“ In jedem Fall ist Vatter motiviert. Er tritt auf das Gaspedal. „Grrruiuiuiuiuiuiuiuiiiiii“ machen die Reifen auf der mittlerweile vermatschten und rasenlosen Erde. Der Baumstumpf ignoriert die Stärke der 80 Pferde, die an ihm zerren, er bewegt sich einfach nicht, das Auto auch nicht. Zumindest nicht nach vorne, aber die Heckreifen graben sich in die Erde.

Mein Vater ist kurz vor dem Ausrasten und tritt kräftiger aufs Gas. „Dschdschdddsschchchchhshchshchsch“ machen die Reifen und bohren sich immer tiefer in die Gartenerde. Der Baumstumpf hat kurz etwas genickt, das hat mein Vater im Außenspiegel genau gesehen. Angespornt von diesem kleinen Erfolg gibt er nun Vollgas. „Hrrrrrrrrrr“ macht der Motor, bevor er rauchend ausgeht, „Pleng“ die Anhängerkupplung als sie sich vom Auto löst. Nur die Reifen sagen nichts, denn sie haben sich tief und fest in der Erde eingearbeitet. Vatta steigt aus und schaut sich die Überbleibsel seines Autos an. Sehr ärgerlich, denkt er sich. Aber ans Aufgeben denkt er nicht. Er ruft der irritierten Zuschauergruppe zu: „Kann jemand mir kurz sein Auto leihen? Ich stehe ganz kurz vor dem Durchbruch! “ Die Menge eilt auseinander, es möchte niemand mit hineingezogen werden.

Nun diese Episode ging damit zu Ende, dass ein Abschleppwagen vom ADAC kommen musste, der einen Pfad der Verwüstung hinterlassend, auch in den Hintergarten fuhr und das Auto aus seiner misslichen Lage befreite. „Das war echt blöd.“, gibt mein Vater zu. „Aber beim nächsten Mal klappt es bestimmt. Ich brauche einen Traktor!“

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