Mein Gesicht, eine Herausforderung für Photoshop, Teil2

Fortsetzung von Mein Gesicht, eine Herausforderung für Photoshop, Teil 1

Die Tür wurde irgendwann im letzten Jahrzehnt ausgehangen und lagert seitdem friedlich hinter der Couch. Ihre Sperrigkeit und Gewicht erstickten alle Versuche, sie woanders zu lagern, im Keim. Ich nehme an, dass sie damals von Chuck Norris hinter der Couch platziert worden ist,  heute ist aber der Türe großer Tag: sie wird gebraucht! Trotzdem ist sie immer noch widerwillig und ich meine, sie wöge ca. eine Tonne, vielleicht sogar zwei.

„Am besten, du schiebst, und ich ziehe,“  sagt der Nachbar. „O.K.“, sage ich und fange an, von links zu schieben. Der Nachbar zieht und zieht von rechts, ich schiebe und schiebe, ein Kraftakt, als zögen wir Katapulte nach Gondor.  Es passiert: nichts. Obwohl nein, da ist falsch. Ich schwitze wie ein Elch und habe Sorge, dass es Schweißflecken auf meiner weißen Bluse geben und mein kunstvolles Makeup schmieren könnte. Daher sage ich: „ Es tut mir sehr leid. Ich kann nicht weiter machen, sonst schwitze ich.“

Der Nachbar lacht, weil er denkt, ich hätte einen Witz gemacht. Ich lache nicht, sondern tupfe vorsichtig ein klitzekleine Schweißperle von meiner Oberlippe. Der Nachbar findet das scheiße, ich kann es in seinen Augen sehen, denn die sagen „Ich finde das scheiße.“  Entschulligung, die Tür wiegt bestimmt drei Tonnen.  Also, gut, es nützt nix, Wir brauchen Plan B. wir beschließen, dass ich mich vor das Salzteig-Schild so stelle, dass man es nicht sehen kann.

Ich stelle mich also so hin, dass die antike Auskunft nicht sichtbar ist und ich trotzdem noch von dem guten Oberlicht etwas abkriege.  Wir müssen leise sein, denn wenn Frau L. mitbekommt, dass wir im Treppenhaus Sachen machen, fühlt sie sich bestimmt animiert, uns Gesellschaft zu leisten. Frau L. leistet sehr gerne Gesellschaft, wenn ihr wisst, was ich meine.

Huui, ganz schön schwierig. Die Sonne ist nämlich während der Tür-Aktion weiter gewandert und ich muss mich ganz eng an Frau L’s Tür pressen, um gleichmäßig beleuchtet zu werden. Ja, und da passiert es auch schon: Das Salzteig-Schild löst sich bei dem Kontakt mit meinem eigentlich zarten Rücken von Tür und knallt auf den Boden.

Entsetzt schauen der Nachbar und ich uns die Fragmente an. „Hier wo“ ist ein Stück,  „nt“ ein anderes und die „Familie L.“ steht da für sich, das „h“ hat der Aufprall leider zerbröselt. „Was machen wir denn jetzt?“  frage ich. Der Nachbar ist genervt.  „Keine Ahnung!“ sagt er motzig. „Ach, jetzt sei doch nicht so schlecht drauf!“ motiviere ich ihn, „ich hole Sekundenkleber und ratzenfatzen ist das Schild geklebt.“ Der Nachbar guckt ungläubig, aber da kennt er meine praktischen Talente nicht. Ich weiß außerdem, wo der Mann seinen Werkzeugkoffer versteckt, damit ich nicht ungefragt seine Werkzeug und Bastelmaterialien  nehme und nehme mir ungefragt den Sekundenkleber.

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