Die Düsseldorfer City: Neue Chancen für Parkhausbetreiber

Es herrscht großes Verkehrschaos in Düsseldorfs Innenstadt. Die seit Jahrzehnten präsenten Baustellen der neuen U-Bahnlinie haben die einstig sorgfältig konzipierte Wegführung der Städteplaner längst zunichte gemacht. Täglich fahren die Straßenbahnen neue Linien oder gar nicht. Die Düsseldorfer Bahnfahrer zeigen sich da aber flexibel und bleiben an solchen Tagen zuhause. Für die Autofahrer ist es auch nicht einfacher geworden: An manchen Tagen gibt es neue Tunnels an der Stelle, wo einst eine Brücke stand.

„Ich war auf dem gewohnten Weg zu meiner Arbeit, als plötzlich ich in einen Tunnel fuhr. Ich fuhr im Schadowplatz hinein und kam dann im Duisburger Hafen wieder raus. Zum Glück hat mein Chef die Verspätung nicht mitgekriegt, seine Bahn fuhr an dem Tag nach Neuss anstatt zum Düsseldorfer Hauptbahnhof.“ so Oliver K. aus Hilden, wo aktuell keine Bahn hinfährt.

Die Parkplatzbetreiber der Innenstadt haben auf die neuen Herausforderungen reagiert. „Wir sind froh, renommierte Labyrinthbauer für unsere Zu- und Abfahrten einsetzen zu können.“ so Walter Knibbel, Betreiber mehrerer Parkhäuser in der Düsseldorfer Innenstadt. Er plaudert aus dem Manager-Nähkästchen: „Wenn der Parkplatzsuchende nach mehreren Irrwegen endlich im Parkhaus angekommen ist, dann ist er froh, sein Auto abstellen zu können und nimmt auch eine Parkgebühr von 2,80 € pro Std. in Kauf.“

Um eine Konsistenz und die Corporate Identity zu bewahren, werden die labyrinthartigen Wegführungen auch im Parkhaus eingesetzt. Dass dadurch die Parkplatzgrößen nur noch für Motorräder geeignet sind, will Knibbel nicht gelten lassen: „Mit etwas Geschick und Wendemanövern sind die Parkplätze auch für Autos nutzbar. Wir können es nicht jedem recht machen. Wer nicht gut parken kann, der muss dann eben zwei Parkplätze nutzen. Kostet dann doppelt, ist ja klar.“

Diese Strategie kommt aber nicht bei allen gut an. Brigitte Kuntze-Munz:“ Ich brauchte 29 Minuten, um die Einfahrt zum Parkhaus zu finden. Dann 17 Minuten im Parkhaus, um drei nebeneinander liegende Parkplätze zu finden. So ein Smart ist doch größer als man denkt. Ich parkte 35 Minuten, um eine Kleinigkeit in der Innenstadt zu erledigen. Für die Ausfahrt brauchte ich 47 Minuten und musste zwei Stunden Parkzeit für drei Parkplätze bezahlen. Ich glaub, das waren 25,20€. Das macht mehr als 50 Mark! Zum Glück konnte ich während der langen Ausfahrt Wasser in einem Drive-in-Parkhauskiosk kaufen. Die 0,2l Flasche kostete 5€. Das macht 10 Mark. “

Für alle, die mit der jetzigen Lage unzufrieden sind, gibt es aber eine gute Nachricht: Das Ende der Bauarbeiten ist für das nächste Jahrzehnt geplant.