Melanie Mehlig

Melanie Mehlig ist eine knallharte Enthüllungsjournalistin. Sie hat ein Gespür für Sensationen, die noch auf dem Weg der Entwicklung sind. Durch ihre unnachahmlich scheinbar unbeteiligte Art konnte sie Geheimnisse aufdecken, die sonst für immer solche geblieben wären. Momentan recherchiert sie über das Kunstobjekt von Danian Hörst. Das Prunkstück der diesjährigen Mokumenta soll aus einem Rollator-Unfall entstammen und nicht vom Künstler selbst installiert worden sein.
Hier der aktuelle Stand.

Melanie Mehlig für DüNews
Der Zwischenfall am Rande des Konzerts des Moskauer Kathedralchors scheint nahezu aufgeklärt. Hauptkomissar Klühso gab auf einer Pressekonferenz die Details des Vorfalles bekannt. Der Rollator, der zu dem Zwischenfall führte, gehörte Kurt Nölig (86). Dieser war mit seiner Begleitung Else Schmittki (78) auf dem Weg zum Konzertsaal. Beide nutzen Rollatoren als Gehhilfe, allerdings soll sich Kurt Nölig geweigert haben, den für Rollatornutzer empfohlenen Behinderteneingang zu nutzen.
Stattdessen versuchte er, die Treppen hinunter zum Konzertsaal zu gehen. Ungefähr auf mittlere Höhe verlor er die Kontrolle über seine Gehhilfe. Diese rollte die Treppen hinunter, riss die Krücke der Seniorin Getrude Schmal (83) mit sich und kam erst beim Zusammenstoß mit einem anderen, in Eingangsbereich abgestellten Rollator zum stehen. Die beiden Rollatoren und die mitgerissene Krücke verkeilten sich ineinander und konnten von den hilfsbereiten Konzertbesuchern nicht voneinander getrennt werden. Nachdem auch die angerufene Feuerwehr nicht helfen wollte, ließ man das neu entstandene Konstrukt in der Eingangshalle stehen, da das Konzert auch bereits angefangen hatte.
Als Kurt Nölig und Getrude Schmal nach dem Konzert ihre Gehhilfen suchten, waren diese nicht zu finden. Ein Zeuge hatte beobachtet, dass ein Mann mit einer Baskenmütze und weißem Schal das Konstrukt in sein Auto geladen hatte. Als der Zeuge den Mann daraufhin ansprach, sagte dieser: „Das ist der Durchbruch! Keiner stellt sich der Kunst in den Weg!“
Der Besitzer des zweiten Rollators konnte bislang nicht ausfindig gemacht werden. Recherchen führten ins Nichts, mehrere Befragte sprachen von einer Person, die während des Konzerts eine „Wunderheilung“ erfahren haben soll und die Gehhilfe nicht mehr gebraucht haben soll.
Sachdienliche Hinweise zu dem Diebstahl der Rollatoren werden von der zuständigen Behörde angenommen. Ebenso kann sich der Besitzer des am Tatort aufgefundenen Gebisses dort melden

Danian Hörst im Interview mit Melanie Mehlig
Das Highlight der diesjährigen Mocumenta war die Installation „Endstation“ des Düsseldorfer Künstlers Danian Hörst. Es handelt sich ein ein Gebilde aus Aluminium und Gummi. Erst bei näherem Hinsehen fällt auf, dass es vier reifenähnliche Elemente gibt, zwei Drahtkörbe in verbogenem Zustand sind zu sehen. Diagonal wird die Installation gestützt durch eine Metallstange in blau. Melanie Mehlig hatte die Gelegenheit, mit dem Ausnahmekünstler zu sprechen.

Melanie Mehlig: Herr Hörst, ihr Werk „Endstation“ findet viel Beachtung in der Kunstkennerszene. Viele sind der Meinung, dass Sie sich selbst übertroffen haben. Woher hatten Sie Inspiration für dieses Meisterwerk?

Hörst: Nun, die Inspiration kam mir, als ich das Konzert des Moskauer Kathedralchors besuchte. Im Selbstverständlichkeitskontext verbanden sich diese einzeln wunderbar ausbalancierten Stimmen zu einem stark gedengelten Strom. Verstehen Sie mich nicht falsch, es geht nicht um den per se Eigenwert der Schönheit, vielmehr wurde hier ein genuin ästhetischer Wert geschaffen. Darf sich denn nur noch ein Kind wundern?

Melanie Mehlig: Äääh..nein, selbstverständlich nicht. Ich wundere mich auch, waru..
Hörst: Sehen Sie! Und genau da liegt der Pfeffer im Heu begraben! Selbst in der Postmoderne rehabilitierte man noch nicht den Werkcharakter der Kunst, der Paradigmenwechsel hat die Heteronomie der Paradoxi ad absurdum geführt!

Melanie Mehlig: Ich glaube, ich kann Ihnen nicht ganz fo..

Hörst: Dagegen ist zwar nichts einzuwenden, aber ich bitte Sie: wer hört denn Zuhause noch myrinxale Musik? Und daher sage ich: Grasgeflüster muss Grasgeflüster bleiben!

Melanie Mehlig: Her Hörst, ich danke Ihnen für dieses Interview!

Hörst: Moment, ich bin noch nicht fertig!

Melanie Mehlig: Tschüss.

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